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Sportstatistiken

10.07.2017
Sportstatistiken: Eine wahr(scheinlich)e Geschichte

Wer sich bereits einmal live ein Sportturnier im Fernsehen angesehen hat, weiß, dass die Moderatoren gerne Statistiken nutzen, um Voraussagen zum Ausgang des Spiels zu machen. Spätestens seit dem Film Moneyball (2011) mit Brad Pitt in der Hauptrolle als Baseballteam-Manager Billy Beane ist vielen klar geworden, wie entscheidend Statistiken im Sport sein können.

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Beane schaffte es, mit seinem Team große Erfolge zu feiern, nachdem er seine Spieler nach statistischen Kriterien, sogenannten Sabermetrics, aussuchte. Insgesamt erhielt der Streifen sechs Oscarnominierungen, unter anderem auch für die Kategorie “Bester Film”.

Die Zahlenfaszination gibt es im Baseball schon lange. Bereits im Jahre 1837 bestand der Olympic Ball Club of Philadelphia, der eine frühe Version des Baseballs namens “Town Ball” spielte, darauf, dass Punkte eines jeden Spielers in einem Leistungsheft notiert werden müssen. Das erste Buch über Sabermetrics Percentage Baseball wurde 1964 von Earnshaw Cook geschrieben. 1977 veröffentlichte der bis dahin unbekannte Bill James sein Baseball Abstract. James prägte den Begriff Sabermetrics (abgeleitet von SABR = Society for American Baseball Research).

Bei Deutschlands Sportart Nummer eins dem Fußball gibt es zwar auch Statistiken, doch sind diese eher als Beiwerk zu sehen. Natürlich begutachten die Trainer vor einem Spiel die gegnerische Mannschaft genau. Es werden Videoanalysen durchgegangen und Statistiken verglichen. Auch auf dem Transfermarkt und beim Scouting werden die Zahlen konsultiert.

Doch da Fußball ein flüssiges Spiel ist, sind die Zahlen weniger zuverlässig als etwa beim Baseball. Das ist ein großer Grund dafür, warum Moneyball in den USA so ein großer Hit war, doch der Film in Deutschland zum absoluten Flop wurde. Gerade einmal 40.000 Menschen konnte Brad Pitt mit dem zahlenversessenen Sportfilm in die deutschen Kinos locken. Statistiken und Baseball sind eng miteinander verbunden. Doch auch andere Spiele, wie zum Beispiel Poker oder Roulette werden immer wieder durch Statistiken unterstützt, um herauszufinden, wie groß das Risiko eines Einsatzes ist.

Fußballstatistiken gab es anfangs eigentlich kaum. Das änderte sich erst, als Firmen wie Opta damit begannen, Sportstatistiken zu sammeln und zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile findet man Daten zu jedem WM-Spieler seit 1966. Das heißt jedoch nicht, dass man sie einfach ignorieren sollte.

Eine Fußballmannschaft, die besonders viel Wert auf Statistiken legt, ist der englische Club Leicester City. Das Team verwendet bereits seit einiger Zeit hoch entwickelte Datenanalyseprogramme und tragbare Technologien, damit seine Spieler immer eine Nasenlänge voraus sind. Chris Mann von Prozone Sports, einem Unternehmen, das 19 von 20 Premier League Teams mit Sport-Technologie versorgt, erklärte, dass Leicester in den letzten 10 von 11 Saisons Gadgets für die Datenanalyse verwendete.

 

Zwar können Daten dabei helfen, Situationen im Spiel zu analysieren, doch letztendlich ist und bleibt Fußball eine Herzensangelegenheit, die nicht mit der Hilfe von Zahlen vorausgesagt werden kann.

 

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